Im Trend auf der Speisekarte
Auf einer Speisekarte in Bergen, Nordholland, zu lesen: „Was auch in der Großstadt gerade total hip ist, ist Ingwertee (3,50)." 3,50 Euro für ein paar Scheiben in einem Glas Wasser — offenbar wundert sich inzwischen auch außerhalb der Großstadt niemand mehr darüber. Dabei kostet ein Kilo Bio-Ingwer im Supermarkt weniger als 7 Euro.
Gesundheitsvorteile
Wenn man im Internet nach Ingwer sucht, liest man vor allem, wie gesund er ist. Das würzige Gewürz soll:
- Das Immunsystem stärken
- Die Durchblutung verbessern
- Muskelschmerzen lindern
- Die Verdauung anregen
- Bei Stress und schlechtem Atem helfen
- Sogar Alzheimer vorbeugen
Dass Ingwer gegen Übelkeit helfen kann, ist bewiesen; die anderen Behauptungen sind umstritten, und gesundheitsbezogene Aussagen auf Ingwerprodukten sind nicht erlaubt.
Dennoch ist Ingwer beliebt. Er passt zu allen Trends, vom Backen bis zu Superfoods. Er wird frisch gehackt in asiatischen Gerichten verwendet, als Zutat in Keksen und Tee, in Gemüsesäften und aromatisiertem Wasser — sogar in Kosmetik und Reinigungsmitteln findet sich (der Duft von) Ingwer.
Der Konsum steigt weltweit, wobei Dänen und Niederländer in Europa besonders viel Ingwer konsumieren, laut einer Studie von Foreign Affairs.
Ingwerversorgung
„Ingwer macht Spaß", sagt Dennis Koemans von Davis, einem Unternehmen, das Gemüse und Früchte importiert und exportiert. „Weil es ein Wachstumsmarkt ist." Er macht auch gute Geschäfte im Vereinigten Königreich. „Der Markt wächst dort ebenfalls."
Es sind aufregende Wochen für Ingwer, denn es wird viel über das Angebot aus China — einem der größten Produzenten — und damit über die Preise im kommenden Monat spekuliert. „Manche sagen: die Ernten sind ausgefallen, andere sagen, dass Spekulanten Ingwer aufkaufen und horten, um die Preise zu treiben." Der Verbraucher wird davon wenig merken; die Einzelhandelspreise für Ingwerwurzeln sind recht konstant.
Ingwer verdient vor allem Geld, wenn er in etwas enthalten ist. Gib Ingwer in eine Flasche Wasser und du kannst plötzlich 1,50 Euro dafür verlangen. Das sehen sie auch bei NOW Organic, einem Unternehmen in Aalsmeer, das Bio-Ingwer in China anbaut und in ganz Westeuropa verkauft. Unverarbeitet, aber auch als Saft. Denn da liegt das Wachstum.
„In Deutschland und Dänemark ist Ingwer noch populärer als hier. In Gemüse- und Fruchtdrinks, aber auch als Shot für junge Leute", sagt Mitinhaber Hans Versteegh. Seiner Meinung nach werden noch viel mehr Getränke mit Ingwer auf den Markt kommen. Der neueste Trend, so Versteegh, werden Getränke sein, die nicht 1 oder 2 Prozent Ingwer enthalten, sondern manchmal 20 oder 30 Prozent. „Der Witz ist: die Menschen fangen an, das zu mögen."
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